Entkoffeinierter Kaffee (Decaf) ist keine minderwertige Variante des herkömmlichen Kaffees – er stellt eine vollwertige geschmackliche Alternative dar. Er enthält deutlich weniger Koffein (in der Regel nur wenige Milligramm statt etwa 80–100 mg bei normalem Kaffee) und bewahrt den Großteil der natürlichen Inhaltsstoffe der Bohne, wie Polyphenole und Chlorogensäuren. Hinsichtlich des Geschmacks und der Schonung der Bohnen gilt das Schweizer Wasserverfahren (Swiss Water Process) als die anerkannteste Methode zur Entkoffeinierung.
Entkoffeinierter Kaffee ist eine vollwertige geschmackliche Alternative zu normalem Kaffee. Zwar verliert er während der Verarbeitung den Großteil seines Koffeins, behält jedoch einen großen Teil der Chlorogensäure und anderer Polyphenole, die natürlicher Bestandteil der Kaffeebohne sind. Er ist eine geeignete Wahl für alle, die den Geschmack von Kaffee lieben, aber ihre Koffeinaufnahme einschränken müssen oder möchten.
Wann wurde der entkoffeinierte Kaffee erfunden?
Das erste kommerziell erfolgreiche Verfahren zur Entkoffeinierung wurde von einem deutschen Kaffeehändler entwickelt Ludwig Roselius. Er entwickelte das Verfahren im Jahr 1903 und ließ es 1906 als den sogenannten „Roselius-Prozess“ patentieren – damals wurden zur Entkoffeinierung Lösungsmittel verwendet. Seitdem haben sich die Technologien grundlegend gewandelt, und die heutigen Methoden sind wesentlich schonender.
Wie wird entkoffeinierter Kaffee hergestellt? (Vier Verfahren)
1. Das Schweizer Wasserverfahren (Swiss Water Process)
- Lösungsmittel: Sauberes Wasser.
- Vorgehensweise: Die grünen Bohnen werden in heißes Wasser eingeweicht, wodurch Koffein und Aromastoffe freigesetzt werden. Dieses Wasser wird anschließend durch einen speziellen Kohlefilter geleitet, der die Koffeinmoleküle zurückhält. Die gereinigten Bohnen werden anschließend wieder in dieses „koffeinfreie Kaffeewasser“ gegeben, damit sie ihre Aromastoffe zurückaufnehmen können.
- Merkmale: Das Verfahren basiert auf Wasser und Aktivkohle. Gemäß den Vorschriften der Europäischen Union sowie den tschechischen Bestimmungen (Verordnung Nr. 187/2023 Sb.) darf gerösteter Kaffee als „koffeinfrei“ gekennzeichnet werden, sofern der Koffeingehalt in der Trockenmasse 0,1 % nicht überschreitet.
- Stichworte: Wird bei Spezialitätenkaffee und Premiumkaffee verwendet.
2. Verfahren mit flüssigem (überkritischem) Kohlendioxid (CO₂-Verfahren)
- Lösungsmittel: Kohlendioxid (CO₂) im überkritischen Zustand.
- Vorgehensweise: Die Bohnen werden in eine Kammer mit unter hohem Druck stehendem CO₂ gegeben. Das Gas wirkt als selektives Lösungsmittel, das vorrangig die Koffeinmoleküle extrahiert, während ein Großteil der Aromastoffe der Bohnen erhalten bleibt.
- Merkmale: Es bewahrt das ursprüngliche Geschmacksprofil des Kaffees sehr gut.
3. Verfahren unter Verwendung von Ethylacetat (Ethyl Acetate)
- Lösungsmittel: Ethylacetat. Bei einigen entkoffeinierten Kaffeesorten wird Ethylacetat angegeben, das aus natürlichen Quellen, beispielsweise aus Zuckerrohr, gewonnen wird.
- Merkmale: Bei auf diese Weise verarbeiteten Kaffeesorten wird manchmal die Bezeichnung „natürlich entkoffeiniert“ (Natural Decaf) verwendet, und diese Methode wird dafür geschätzt, dass sie die süßeren Noten bewahrt.
- Anmerkung zum Geschmack: Einige besonders feinsinnige Verkoster nehmen darin zudem einen leichten fruchtigen Hauch wahr.
4. Verfahren unter Verwendung von Dichlormethan (DCM)
- Lösungsmittel: Dichlormethan.
- Merkmale: Ein kostengünstiges und schnelles Verfahren, das bei handelsüblichen Kaffeesorten beliebt ist.
- Anmerkung: Die zulässige Menge an Lösungsmittelrückständen ist in der EU streng geregelt, und im fertigen Kaffee handelt es sich dabei um Spurenmengen.
Was enthält koffeinfreier Kaffee?
Was die Zusammensetzung betrifft, unterscheidet sich entkoffeinierter Kaffee nicht wesentlich vom klassischen Kaffee – der Hauptunterschied liegt im Koffeingehalt. Der Großteil der Polyphenole und anderer natürlicher Inhaltsstoffe, die in den Bohnen enthalten sind, bleibt erhalten.
Was bleibt im entkoffeinierten Kaffee übrig?
- Chlorogensäure — Ein wesentlicher Teil dieses natürlichen Bestandteils des Korns bleibt auch nach der Entkoffeinierung erhalten.
- Sonstige natürliche Stoffe — Polyphenole und Melanoidine.
Polyphenole im entkoffeinierten Kaffee
Kaffee – einschließlich des entkoffeinierten Kaffees – enthält von Natur aus Polyphenole, insbesondere Chlorogensäuren. Ihre genaue Menge variiert je nach Sorte, Röstung, Zubereitungsart und Entkoffeinierungsverfahren, sodass entkoffeinierter Kaffee etwas weniger von bestimmten Inhaltsstoffen enthält als herkömmlicher Kaffee; der Unterschied ist jedoch in der Regel gering.
Empfohlene koffeinfreie Kaffeesorten von Kafone
- Illy Decaffeinato – Erstklassige Qualität, gleichbleibendes Espresso-Profil.
- Pellini Decaf – Mild im Geschmack, eine beliebte Wahl für alle, die ihren Koffeinkonsum einschränken möchten.
- Lavazza Decaffeinato – Ein erschwinglicher italienischer Klassiker, der sich hervorragend für Milchgetränke eignet.
Häufig gestellte Fragen
Frage: Enthält koffeinfreier Kaffee tatsächlich überhaupt kein Koffein?
Nicht ganz. Er enthält in der Regel nur wenige Milligramm Koffein pro Tasse (herkömmlicher Kaffee enthält etwa 80–100 mg). Für gerösteten Kaffee gilt für die Bezeichnung „koffeinfrei“ ein Grenzwert von 0,1 % Koffein in der Trockenmasse (Verordnung Nr. 187/2023 Sb.).
Frage: Ist entkoffeinierter Kaffee für den Abend geeignet?
Er enthält im Vergleich zu normalem Kaffee nur einen Bruchteil an Koffein, weshalb sich viele Menschen nachmittags und abends dafür entscheiden, wenn sie ihre Koffeinaufnahme einschränken möchten. Die Empfindlichkeit gegenüber Koffein ist jedoch individuell unterschiedlich.
Frage: Warum ist entkoffeinierter Kaffee oft teurer?
Der Entkoffeinierungsprozess stellt einen weiteren aufwendigen Schritt in der Kaffeeverarbeitung dar. Hochwertige Verfahren (wie Swiss Water und CO₂) erfordern spezielle Technologien, was sich im Preis niederschlägt.
Frage: Wie viel Koffein enthält koffeinfreier Kaffee im Vergleich zu den empfohlenen Grenzwerten?
Entkoffeinierter Kaffee enthält nur Spuren von Koffein (im Bereich von Milligramm pro Tasse), sodass er nur minimal zur täglichen Koffeinaufnahme beiträgt. Zum Vergleich: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt als allgemein unbedenkliche Koffeinaufnahme etwa 400 mg pro Tag für gesunde Erwachsene und etwa 200 mg pro Tag für schwangere und stillende Frauen an. Konkrete Empfehlungen zur Ernährung während der Schwangerschaft sollten Sie stets mit Ihrem Arzt besprechen.